Komm, wir bauen eine Stadt!
Wie kann die Armut in den Entwicklungsländern bekämpft werden? Wohin mit den drei Millionen Menschen, die in den nächsten Jahrzehnten in den Städten nach einem Zuhause suchen und aller Wahrscheinlichkeit nach nicht über die Slums der Stadtränder herauskommen werden?
Pauschale Antworten auf diese zentralen Fragen gibt es nicht, die Vorschläge sind vielfältig. Der US-Ökonom Paul Romer hat eine eigene Idee: Er möchte in den Entwicklungsländern ganze Städte errichten. Die Fläche dafür stellen die Entwicklungsländer, die politische, rechtliche und wirtschaftliche Führung hingegen übernehmen die Industriestaaten.
Er spinnt seine Idee weiter: Vernünftige Rahmenbedingungen würden Investoren anlocken, an denen es den Entwicklungsländern aufgrund politischer Instabilität oft mangele. Und Investoren bedeuteten Fortschritt und Entwicklung. Gelänge es zudem, alle Beteiligten – Bewohner, Investoren und Arbeitgeber - mithilfe der entsprechenden Rahmenbedingungen zufrieden zu stimmen, so würde es auch keine Rolle spielen, dass die Städter selbst kein Recht auf demokratische Wahlen hätten. Denn die politische Führung würde das Industrieland bestimmen. Als Vorbild dient Hongkong, Guantanamo Bay wäre Romers Wunschkandidat für eine erste Stadt.
Den Vorwurf des Neo-Kolonialismus weist er entschieden zurück, schließlich würde das Konzept auf Freiwilligkeit basieren. Jedem sei es selbst überlassen, sich für oder gegen einen Umzug in eine „Charter City“ zu entscheiden. Insbesondere Deutschland wäre nach Romer prädestiniert für die Etablierung solcher Städte. Kritische Stimmen sprechen dennoch von „Entwicklungsdiktatur“ und „Science Fiction“. Abgesehen von den horrenden Kosten sei die Idee überholt und alles andere als zeitgemäß. Auch Romer selbst ist kritisch, hält die Erfolgsaussichten aber gleichzeitig für zu hoch, um die Idee zu verwerfen.
Den vollständigen Artikel findet ihr bei Spiegel Online: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,668449,00.html
















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