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Kleinbauern in Gefahr

26 Februar 2010 Kathrin Wolf Keine Kommentare PDF Drucken

Äthiopien. Wir sitzen am Straßenrand und schauen nach links. Ein Lastwagen rauscht heran, hinterlässt wenige Sekunden später eine riesige Staubwolke und brettert die Straße weiter hinunter. Von der anderen Seite sehen wir einen weiteren Lastwagen.  Auch er rattert vorbei, wirbelt den Staub auf und verschwindet schließlich in der Ferne. Ironisch wird dieses Szenario erst, wenn wir erwähnen, dass der erste Lastwagen vollbepackt mit Lebensmittelexporten und auf dem Weg ins Ausland ist, während der zweite LKW einer der zahlreichen Hilfsorganisationen angehört, die die Bevölkerung mit Nahrung versorgen.

Dieses Szenario ist nicht erfunden, sondern eine Folge des „land grabbing“, ein Trend, den Bartholomäus Grill in seinem Artikel „Überall in Afrika“, erschienen am 11. Februar 2010 in DIE ZEIT, schildert.

Steigende Lebensmittelpreise und die hohe Nachfrage nach Biosprit – auf einmal stehen Afrikas Nutzflächen hoch im Kurs. Während ausländische Investoren auf Schnäppchenjagd gehen und für einen Pachtzins von drei bis zehn Dollar pro Hektar eine Fläche nach der nächsten erwerben, stehen Afrikas Kleinbauern vor dem Ruin. Sie haben keine Chance mit den Maschinen und Düngemitteln der ausländischen Käufer zu konkurrieren und laufen Gefahr, von ihrem Land (das oftmals nicht das eigene ist, sondern wie in Äthiopien dem Staat gehört) vertrieben zu werden. Ähnlichkeiten zur Plantagenwirtschaft des Kolonialismus sind nicht zu übersehen, auch wenn Afrika diesmal selbst die Weichen für diese Entwicklung stellt. Aber es sind mal wieder ausschließlich die afrikanischen Eliten, die neben den ausländischen Investoren vom „Landrausch“ profitieren, Bestechungsgelder sind keine Seltenheit. Die Kleinbauern hingegen sind nicht einmal mehr in den abgelegensten Landteilen sicher und pflügen ihre Felder bereits in der düsteren Erwartung, dass auch ihnen ihr Land bald genommen wird.

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