Beiträge des Monats Dezember 2009
Allgemein, Entwicklungspolitik »
Ich stehe vor dem Marmeladenregal. Nehme ich die Orangenmarmelade mit dem Bio-Siegel? Oder greife ich zur billigen Variante? Im Regal schräg gegenüber konkurriert Waschpulver XY mit einem „ökologisch besonders verträglichen“ Waschpulver und zwei Gänge weiter erklärt das Olivenöl voller Stolz Testsieger bei „Stiftung Warentest“ zu sein. Vor lauter Siegeln und solchen, die es vorgeben zu sein, weiß der Verbraucher kaum noch, auf welche Angaben er sich denn nun verlassen kann. Irgendwo im Siegel-Dschungel versteckt sich auch das blau-grüne Fairtrade-Siegel, je nach Interpretation ein Papageienkopf, ein Elefant zwischen Wiese und Wasserstelle …
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In der aktuellen Ausgabe der ZEIT ist ein bemerkenswerter Artikel von Bundespräsident Horst Köhler veröffentlicht, in dem er anhand eines persönlichen Beispiels während seiner Zeit als Direktor des IWF über die Notwendigkeit eines gegenseitigen Lernprozesses zwischen Afrika und der westlichen Welt berichtet. Er macht deutlich, dass “wir” viel zu wenig über den afrikanischen Kontinent wissen und Afrika zu selten als eigenständigen Akteur wahrnehmen. Weiterhin relativiert er den Eindruck, dass Afrika lediglich negative Schlagzeilen produziert und führt insbesondere die Art und Weise, wie die “afrikanische Zivilgesellschaft” trotz großer Rückschläge noch immer …
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Eine Katastrophe als Chance für einen Neuanfang – heute, fünf Jahre nach dem Tsunami im Indischen Ozean hat sich für die Bewohner der betroffenen Regionen vieles verbessert. Die riesige Flutwelle forderte am 26. Dezember 2004 circa 228.000 Todesopfer und machte 1,5 Millionen Menschen obdachlos. Am stärksten betroffen waren die indonesischen Insel Sumatra, Sri Lanka und Südindien. Nach Einschätzung des “Aktionsbündnisses Katastrophenhilfe“ (bestehend aus dem Deutschen Caritasverband, dem Deutschen Roten Kreuz, der Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutschland) hat sich die die Situation der ärmsten Familien in den meisten betroffenen Gebieten nachhaltig …
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Bedingungsloses Grundeinkommen als effektives Mittel der Armutsbekämpfung
Anfang 2008 startete in der 1000- Einwohnersiedlung Otjivero in Namibia das Projekt des “Basic Income Grand” (BIG): ein Grundeinkommen für jeden unter 60 Jahren, umgerechnet 9 € pro Monat, ohne jegliche Bedingungen oder Prüfungen. Finanziert von einem Zusammenschluss mehrerer Hilfsorganisationen, sollte es genau an dem Punkt ansetzen, wo konventionelle Entwicklungshilfe bisher oft scheiterte: der Gewährleistung, dass das Geld auch wirklich den Menschen zugute kommt und nicht in korrupten Staatshaushalten verschwindet. Die Bewohner der verarmten und hungernden Siedlung konnten sich nun genug Nahrungsmittel kaufen, Geschäftsideen …
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…. Lust mal in der Wüste einen Marathon zu laufen, für einen guten Zweck?
Im Oktober erhielt die Uno-Flüchtlingshilfe e.V. den ‚Internationalen Deutschen PR-Preis 2009’ für ein besonderes Projekt – den Benefizmarathon für saharaurische Flüchtlinge, der zum dritten Mal in der westalgerischen Sahara stattfand. Der Sahara-Marathon ist der einzige Benefizlauf weltweit, der Flüchtlingslager durchquert. “Weil die Medien nur noch Großkrisen ins Visier nehmen, gerät das Elend von Flüchtlingen wie den Saharauis in Vergessenheit”, begründete die Wettbewerbsjury ihre Entscheidung.
Die Aktion – die trotz des Preises in den Medien nicht besonders gewürdigt wurde …
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Eine neue Gemeinschaft mitten in der Wüste, geht das? Der Ägypter Ibrahim Abuleish hat bewiesen, das es möglich ist: Vor rund 30 erwarb er ein Grundstück in der Nähe von Kairo, bohrte 100 Meter tief und stieß auf Wasser. Seitdem wächst unter dem Namen Sekem eine Gemeinschaft mitten in der Wüste. Rund und um die Farm, auf der Gewürze, Tee und Arzneipflanzen abgebaut werden, haben sich ganze Dörfer gebildet. Das Erfolgsrezept: 30 Prozent der Gewinne aus den organischen und biologischen Produkten werden in den Auf- und Ausbau von Bildung, medizinischer …
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Wusstet ihr…
… dass Costa Rica im Jahr 1949 durch eine Verfassungsänderung das Militär abgeschafft und für illegal erklärt hat? Die ehemaligen Militärausgaben wurden in den Aufbau des Bildungs- und Gesundheitssystems investiert. Heute hat das Land einen HDI von 0,854, was Platz 54 im internationalen Vergleich und eine Spitzenposition in der Region bedeutet. Costa Rica versucht seit den 1980er Jahren verstärkt, eine gewisse Neutralität in Zentralamerika zu wahren und tritt oft als Vermittler bei Konflikten anderer Länder in der Region auf. Daher hat es auch den Beinamen “Schweiz Mittelamerikas”.
Quelle: UNDP, Encyclopaedia …
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Auf gute Ideen kommt es an!
So haben Frauen in den kenianischen Slums dank einer kreativen Idee die Chance auf engstem Raum Gemüse anzupflanzen. Das Besondere daran: Das Ganze passiert in der Vertikalen! Der “vertikale Wundersack” ermöglicht nicht nur die Versorgung der eigenen Familie mit frischem und nährstoffreichem Gemüse, sondern auch einen kleinen Verdienst beim Verkauf auf dem Markt. Mit diesem Geld kann die Familie dann in Dinge investieren, die sich nicht im “vertikalen Wundersack” heranzüchten lassen.
(www.tagesschau.de/ausland/entwicklungshilfe102.html)
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Nach Angaben des Migration and Remittance Factbook leben rund 16 Millionen Afrikaner außerhalb ihres Geburtslandes. Die größte Konzentration an afrikanischen Immigranten findet sich in Nordamerika und Europa. Wurde der Begriff der Diaspora bis vor zwanzig Jahren noch mit Zerstreuung einer ethnisch oder religiös zusammengehörigen Gruppe (zum Beispiel durch Versklavung oder Vertreibung) verbunden, nimmt die „neue afrikanische Diaspora“ heute eine ganz andere Rolle ein.
Kennzeichen einer Diaspora ist das Streben danach, die enge Verbindung zu ihrem Herkunftsland aufrecht zu erhalten. Neben direktem Kontakt zu Angehörigen spielen dabei die sogenannten Rücküberweisungen („remittances“) eine …
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Nach einer lange andauernden positiven Entwicklung der Lebensmittelpreise ist die Zahl der Hungernden weltweit 2008 erstmals wieder gestiegen. 2007 waren laut Welthungerhilfe etwa 900 Millionen Menschen unterernährt, im Jahr 2008 waren 1,02 Milliarden Menschen betroffen. Grund dafür seien unter anderem die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise.
Schätzungsweise 24.000 Menschen sterben täglich an Unterernährung, mehr als die Hälfte davon sind Kinder. In Afrika südlich der Sahara hungern rund 253 Millionen Menschen, dabei handelt es sich in Bezug auf die gesamte Bevölkerung um die höchste Relation weltweit.
Aufgrund der ansteigenden Lebensmittelpreise wird für die kommenden Jahre …






