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Hunger? Hunger!

27 November 2009 Lisa Armbruster Keine Kommentare PDF Drucken

Eine Milliarde hungernder Menschen weltweit – und die Weltgemeinschaft beendet den Welternährungsgipfel in Rom ohne konkrete Ergebnisse. Dazu kommt, dass viele Staatschefs westlicher Industrienationen mit Abwesenheit glänzten. Dabei sollte die Bekämpfung des weltweiten Hungers Priorität haben. Rund ein Sechstel aller Menschen leiden an Unterernährung und müssen hungern – das sind eine Milliarde Menschen zu viel.
Seit zehn Jahren steigt diese Zahl wieder an, nachdem es von Beginn der 80er Jahre bis Mitte der 90er Jahre gelungen ist, die Anzahl hungernder Menschen kontinuierlich zu reduzieren. Jacques Diouf, Generaldirektor der UN Ernährungs- und Landwirtschaftsdirektion (FAO ), sieht die stille Hungerkrise als ein ernsthaftes Risiko für den Weltfrieden und die Sicherheit. Die Situation der hungernden Menschen entwickelt sich jedoch regional stark unterschiedlich. Vor allem afrikanische Länder südlich der Sahara und Südasien sind extrem betroffen. Im Bericht „Welthunger-Index -  Herausforderung Hunger: Wie die Finanzkrise den Hunger verschärft und warum es auf die Frauen ankommt“ der Welthungerhilfe wird das deutlich. Die Verschlechterung der  Lage in diesen Regionen hat unterschiedliche Ursachen. In Südasien spielt vor allem der Ernährungs- Bildungs- und Sozialstatus von Frauen eine große Rolle. In den betroffenen afrikanischen Staaten, wie z.B. dem Kongo, ist die hohe Anzahl hungernder Menschen in schlechter Regierungsführung, in Kriegen, Konflikten, politischer Instabilität und hohen HIV/AIDS-Raten begründet.
Der Welthungerhilfe zufolge ist der durch die Rezession ausgelöste Anstieg des Hungers das Symptom eines tieferliegenden Problems: die Ausgrenzung und Entmachtung der Ärmsten. Diese Meinung teilt auch Michael Windfuhr, der den Welternährungsgipfel in Rom für „Brot für die Welt“ beobachtet hat. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung macht er deutlich, dass Hunger dadurch entsteht, dass sowohl die betroffenen Länder als auch die Weltgemeinschaft keine Investitionen in benachteiligte, landwirtschaftlich wenig interessante Regionen tätigt. Somit wird verhindert, dass die Menschen in diesen Regionen sich selbst ernähren können. Windfuhr fordert, dass sowohl die Industriestaaten als auch die Entwicklungsländer ihren Agrar-Etat wieder aufstocken müssen.
Neben all diesen negativen Meldungen gibt es aber auch positive Trends in diesem Bereich. So ging der Hunger in den letzten zehn Jahren in einigen Ländern auch stark zurück. Darunter sind: Brasilien, Vietnam, Saudi-Arabien, Mexiko oder Nicaragua.
Eine Verbesserung der „Hungerlage“ ist also möglich und muss oberstes Ziel bleiben. Es kann nicht sein, dass die Finanzkrise, die von Industrienationen verursacht wurde zu Lasten der ohnehin schon schlechtgestellten und hungerleidenden Bevölkerungsgruppen einiger Entwicklungsländer fällt.
Den aktuellen Bericht der Welthungerhilfe zum Welthunger-Index findet man unter:  http://www.welthungerhilfe.de/hunger_spezial.html

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