Diagnose per e-Mail
Eine angemessene medizinische Versorgung ist in großen Teilen Afrikas keine Selbstverständlichkeit. Der Großteil der Bevölkerung kann sich keinen Arztbesuch leisten oder muss lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Somit bleiben Behandlungen in den meisten Fällen aus.
Doch auch wenn die Möglichkeit besteht, ein Krankenhaus aufzusuchen, scheitert die Behandlung der Patienten in vielen Regionen Afrikas nicht selten an Personalmangel und veralteten Geräten. Darüber hinaus werden Expertenmeinungen benötigt. Jedoch besteht in den meisten Fällen schon ein Mangel an Allgemeinmedizinern, die sich mit allen Patienten befassen können, somit ist an die Einstellung von Spezialisten gar nicht zu denken. Die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den ländlichen Krankenhäusern und den größeren städtischen, die über Spezialisten verfügen, sind gering. Soll ein Krankheitsbild von Ärzten aus größeren Krankenhäusern begutachtet und beurteilt werden, kann der Versand der zugehörigen Daten per Post bis zu zwei Wochen dauern. Bis der behandelnde Arzt eine zweite Meinung eingeholt hat, können somit bis zu vier Wochen vergehen. Zeit, die in manchen Fällen entscheidend sein kann.
Eine Lösung für dieses Problem bietet die in London ansässige Organisation „Computer Aid“. Seit 1997 wurden über 150.000 gebrauchte Computer von Großbritannien nach Afrika verschifft, die verschiedenen Zwecken zugute kamen. In Teilen Ostafrikas unterstützt die Organisation die Africa Medical Research Foundation (AMREF). Dort ermöglichen die Geräte via Internet einen direkten Austausch zwischen Ärzten verschiedener Krankenhäuser. Auch das Einholen von Expertenmeinungen wird ermöglicht und das nicht nur regional sondern weltweit. Dadurch können zeitnah Maßnahmen ergriffen werden um Patienten richtig zu behandeln.
Trotz technischer Komplikationen die, gerade in ländlichen Gegenden, noch verbesserungswürdig sind, bedeutet der e-Mail Kontakt eine enorme Erweiterung der Möglichkeiten kleinerer Krankenhäuser. Diese sogenannte Telemedizin habe bisher mehreren Menschen das Leben gerettet, berichtet Dr. Bernard Mwero, Arzt in einem Krankenhaus in Süd-Ost Kenia, auf ZDNet UK.
Telemedizin wird bisher noch in wenigen Teilen Afrikas praktiziert- aufgrund fehlender Gerätschaften. Jedoch liefert Computer Aid weiterhin nach europäischem Standard alte PCs nach Afrika, die nicht nur an Krankenhäuser, sondern auch an andere Institutionen wie zum Beispiel Schulen geliefert werden, um Kindern den Umgang mit den modernen Kommunikationsmitteln zu ermöglichen. Mehrere große Unternehmen wie die Virgin Group sind bereits auf Computer Aid aufmerksam geworden und geben ihre älteren Computer ab um sie verschiffen zu lassen. Was aus europäischer Sicht als veraltet empfunden wird, eröffnet in Afrika ganz neue Möglichkeiten.
Weitere Informationen:
Video über Computer Aid und AMREF: http://news.zdnet.co.uk/hardware/0,1000000091,39291092,00.htm
Computer Aid: http://www.computeraid.org/
AMREF: http://www.amrefgermany.de/
















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