Zeit zu handeln – der Klimawandel wartet nicht
Kopenhagen – noch 85 Tage bis zur UN-Klimaschutzkonferenz. Eine richtungsweisende Konferenz soll es werden, doch die Meldungen in diesen Tagen zeugen mal wieder vor allem von einem: Bürokratie und politisch-strategische Überlegungen überlagern den Willen zur Veränderung. Und auch wenn beim Klimawandel alle aktiv werden müssen, Industrienationen und Entwicklungsländer, so sind von den Folgen doch vor allem wenig entwickelte Länder betroffen. Diese müssen finanziell unterstützt werden, damit sie die durch den Klimawandel verursachten Dürren, Hungersnöte und Überschwemmungen überstehen können. Zehn Länder der Afrikanischen Union fordern genau dies: Entschädigungen für den Klimawandel. 67 Milliarden Dollar jährlich sollen die Industrieländer bezahlen.
Innerhalb der EU-Staaten werden solche Zahlungen ebenfalls als notwendig angesehen – 100 Milliarden Euro sollen ab 2020 jährlich an Entwicklungsländer gezahlt werden. So weit, so gut. Doch ein altes EU-typisches Schreckgespenst taucht wieder auf und macht alles schwieriger als es sein müsste: Die Angst die nationalstaatliche Souveränität zu verlieren, hindert die Staaten ein weiteres Mal an einer effizienten Umsetzung. Durch Zahlungen, die aus dem gemeinsamen Haushalt geleistet würden, würde die Kommission zu viele Kompetenzen erhalten. Dabei bräuchten die Verantwortlichen doch nur einmal die Realität anzuschauen, um festzustellen, dass für ein solches Hin und Her keine Zeit mehr ist, dass es zu handeln gilt. Bei 31,5 Mrd. Tonnen lagen die weltweiten CO2 Emissionen 2008, das ist der zehnte Rekordwert in Folge. Und das bedeutet eine Zunahme um fast 40% im Vergleich zu den Werten im Jahr 1990. Dabei wurde im Kyoto Protokoll eigentlich eine Minderung der Emissionen um 5,2% bis 2012 beschlossen.
So kann es nicht weiter gehen. Es geht um die Zukunft unserer Heimat, der Erde. Um nicht mehr und nicht weniger. Und diese Erde ist auch die Heimat all derer, die mit politischem Taktieren, ein Scheitern der Verhandlungen in Kopenhagen provozieren. Doch leider scheint dieses Ausmaß und die Dringlichkeit vielen noch nicht bewusst zu sein.
Zu den Forderungen der Afrikanischen Union berichtet der Spiegel unter: www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,644683,00.html
Über die Uneinigkeiten innerhalb der EU berichtet die Süddeutschen Zeitung: www.sueddeutsche.de/politik/816/487225/text/
Die Zahlen zu den weltweiten CO2 Emissionen beruhen auf Angaben des IWR (Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien). In diesem Zusammenhang findet man dort auch einen wirklich interessanten Alternativvorschlag zum bisherigen Vorgehen der Staatengemeinschaft: Im Fokus solle nicht das Verbieten von CO2 Emissionen stehen, sondern eine Kopplung dieser an Investitionen in Erneuerbare Energien. Die Emissionen würden dann so ganz automatisch zurückgehen. Zu finden unter: www.iwr.de/news.php
















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