Home » Entwicklungspolitik

Die Tomate, die Afrika schädigt

20 Juli 2009 Florian Rinke Ein Kommentar PDF Drucken

Wasserknappheit ist eines der zentralen Probleme des 21. Jahrhunderts. Viele Fachleute gehen davon aus, dass schon bald Kriege um den Zugang zu Wasser geführt werden könnten. Die Politik muss Handeln, doch es passiert viel zu wenig.

Mal wieder sind es die Länder der 3. Welt, die von dem Handeln der Menschen im Westen am stärksten betroffen sind. Der Klimawandel schreitet voran, hauptsächlich verursacht vom Westen. Die Konsequenzen: Die Wüsten dehnen sich immer weiter aus, die Meerespiegel steigen an, viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, leiden unter Trinkwassermangel. Doch es ist nicht nur die Erhitzung in Folge desd Klimawandels, die für diese Zustände verantwortlich ist sondern auch der grenzenlose Konsum des Westens. Tomaten, Erdbeeren und Orangen zu jeder Jahreszeit – alles hergestellt in Ländern mit viel Sonne und wenig Wasser. Doch für die Bewässerung ist viel Wasser nötig. Schon die Tasse Kaffee am Morgen verschlimmert die Lage, denn für die Herstellung eines Kilos Röstkaffee werden bis zu 21.000 Liter Wasser bei der Herstellung verbraucht. Vom "virtuellen Wasser" spricht man in Fachkreisen. Die Deutschen können ihren Wasserverbrauch im eigenen Haushalt zurückschrauben, seltener duschen oder die Spartaste beim Toilettengang nutzen. Das alles hilft nur wenig. Im Gegenteil: In vielen Städten fließt das Wasser in den überdimensionierten Rohren so langsam, dass sich unterwegs Keime bilden. Die Wasserwerke müssen die Leitungen dann für viel Geld und mit viel Wasser spülen. Solange die Menschen im Westen nicht ihren Umgang mit dem "virtuellen Wasser" ändern, wird sich die Lage immer weiter verschlimmern. Dazu ist allerdings nötig, dass das Thema auch politisch stärker diskutiert wird, gerade bei Gipfeln der G8.

"Die Zeit" hat sich in ihrer Ausgabe vom 16. Juli 2009 intensiv mit dem Thema "Wasser" auseinandergesetzt. Sie beleuchtet die Probleme, lässt Experten zu Wort kommen und erklärt, wie Entwicklungsländer sich auch selber helfen können.

http://www.zeit.de/2009/30/Wasser-Intro

So beantworten die Autoren sieben wichtige Fragen zum Wasser und zeigen, dass es keine riesigen Kläranlagen bedarf, um Wasser überall auf der Welt zu säubern:

http://www.zeit.de/2009/30/Wasser-Fragen-Antworten

Darüber hinaus gibt es ein Interview mit Anthony Allan, der den Begriff des "virtuellen Wassers" prägte und befindet: "Wir denken wie vor 10.000 Jahren.":

http://www.zeit.de/2009/30/Wasser-virtuell

 

 

1 Kommentar »

  • Volker Seitz said:

    Ich empfehle den Lesern dieses interessanten Beitrag die Website http://www.bonner-aufruf.de anzuklicken. Wir brauchen eine Reform unserer Entwicklungspolitik. Diskutieren Sie mit.
    Volker Seitz, Autor des Buches “Afrika wird armregiert”dtv, Juli 2009

Kommentar hinterlassen

Kommentar hier hinterlassen, Trackback auf Ihrer Seite einfügen oder Kommentare als RSS abonnieren.

Um zu Ihrem Kommentar automatisch ein Bild einzufügen registrieren Sie sich bei Gravatar.